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Ratgeber · ISO 27001

ISO 27001 umsetzen: Schritt für Schritt zum Zertifikat.

ISO/IEC 27001 ist der internationale Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Ein Zertifikat zeigt Kunden, Partnern und Behörden, dass Sie Informationssicherheit systematisch steuern. Dieser Leitfaden zeigt, welche Schritte nötig sind, welche Dokumente der Auditor sehen will und wie die Zertifizierung abläuft.

Grundlagen

Was ISO 27001 verlangt.

Die Norm besteht aus zwei Teilen: den Anforderungen an das Managementsystem selbst und einem Katalog von Sicherheitsmaßnahmen. Zertifiziert wird immer das Zusammenspiel aus beidem.

Managementsystem (Kapitel 4 bis 10)

Kontext und Geltungsbereich, Führung, Planung mit Risikobeurteilung, Unterstützung, Betrieb, Bewertung der Leistung und fortlaufende Verbesserung. Diese Kapitel sind ausnahmslos verbindlich.

Anhang A mit 93 Controls

Seit der Version 2022 in vier Themen gegliedert: 37 organisatorische, 8 personenbezogene, 14 physische und 34 technologische Maßnahmen. Welche Sie anwenden, begründen Sie in der Erklärung zur Anwendbarkeit.

Zertifikat für drei Jahre

Nach dem Zertifizierungsaudit gilt das Zertifikat drei Jahre. Jährliche Überwachungsaudits prüfen, ob das ISMS weiterhin gelebt wird, danach folgt die Rezertifizierung.

Nutzen

Warum sich der Aufwand lohnt.

01

Kunden und Ausschreibungen

Immer mehr Auftraggeber verlangen ein ISO-27001-Zertifikat von ihren Dienstleistern, besonders in der IT, der Industrie und im öffentlichen Sektor.

02

Grundlage für NIS2

Ein ISMS nach ISO 27001 deckt einen großen Teil der Risikomanagement-Pflichten aus NIS2 ab. Wer zertifiziert ist, hat die Nachweise bereits strukturiert. Mehr dazu im NIS2-Ratgeber.

03

Weniger Überraschungen

Wer seine Risiken kennt und regelmäßig überprüft, erkennt Schwachstellen, bevor ein Angreifer oder ein Ausfall sie offenlegt.

Praxisleitfaden

ISO 27001 in 12 Schritten.

Die Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt. In Klammern steht das Kapitel der Norm, auf das sich der Schritt bezieht.

01

Rückendeckung der Leitung

Ziele, Budget und Verantwortung mit der Geschäftsführung festlegen (Kap. 5.1).

02

Kontext verstehen

Interne und externe Themen sowie interessierte Parteien und ihre Anforderungen erfassen (Kap. 4.1, 4.2).

03

Geltungsbereich festlegen

Standorte, Organisationseinheiten, Prozesse und Systeme abgrenzen (Kap. 4.3).

04

Leitlinie und Rollen

Informationssicherheitsleitlinie verabschieden, ISB und Verantwortlichkeiten benennen (Kap. 5.2, 5.3).

05

Assets erfassen

Informationen, Anwendungen, Systeme und Dienstleister inventarisieren und den Schutzbedarf bestimmen (A.5.9).

06

Risiken beurteilen

Methode festlegen, Risiken identifizieren, analysieren und bewerten (Kap. 6.1.2, 8.2).

07

Risiken behandeln

Maßnahmen auswählen, Behandlungsplan aufstellen und Restrisiken von den Risikoeignern akzeptieren lassen (Kap. 6.1.3, 8.3).

08

Erklärung zur Anwendbarkeit

Für alle 93 Controls festhalten, ob sie angewendet werden und warum (Kap. 6.1.3 d).

09

Maßnahmen umsetzen

Richtlinien schreiben, technische Maßnahmen einführen und alles nachvollziehbar dokumentieren (Kap. 8.1).

10

Schulen und sensibilisieren

Mitarbeitende zu Richtlinien und Risiken schulen und die Teilnahme nachweisen (Kap. 7.2, 7.3).

11

Internes Audit

Das ISMS vor der Zertifizierung selbst prüfen und Abweichungen beheben (Kap. 9.2, 10.2).

12

Managementbewertung

Die Leitung bewertet Ergebnisse, Kennzahlen und Risiken und beschließt Verbesserungen (Kap. 9.3).

Checkliste

Diese Dokumente will der Auditor sehen.

ISO 27001 schreibt eine Reihe dokumentierter Informationen verbindlich vor. Fehlt eines davon, ist das im Audit eine Abweichung.

PflichtdokumentKapitelIn WolfISMS
Geltungsbereich des ISMS4.3Onboarding-Dialog, KPIs & Ziele
Informationssicherheitsleitlinie5.2Dokumente, Richtlinien-Assistent
Prozess zur Risikobeurteilung und -behandlung6.1.2, 6.1.3Risikomanagement-Richtlinie aus dem Onboarding-Dialog
Erklärung zur Anwendbarkeit (SoA, Ratgeber)6.1.3 dNormen & Controls, automatisch erstellt
Informationssicherheitsziele6.2KPIs & Ziele
Nachweise der Kompetenz7.2Personal-Management, Policy Portal
Planung und Steuerung des Betriebs8.1Maßnahmen, Operational Plan
Ergebnisse der Risikobeurteilung und -behandlung8.2, 8.3Risiko-Management
Ergebnisse von Überwachung und Messung9.1KPIs & Ziele
Auditprogramm und Auditergebnisse9.2Audits
Ergebnisse der Managementbewertung9.3Managementreview
Nichtkonformitäten und Korrekturmaßnahmen10.2Audits, Maßnahmen

Dazu kommen die Dokumente, die Sie selbst für nötig halten (Kap. 7.5.1), etwa Richtlinien zu den angewendeten Controls aus Anhang A.

Zertifizierung

Zeitrahmen und Ablauf.

Für ein kleines oder mittleres Unternehmen dauert der Weg zum Zertifikat typischerweise sechs bis zwölf Monate, je nach Ausgangslage und verfügbarer Zeit.

3–6 Monate

Aufbau

Schritte 1 bis 10: Kontext, Risiken, SoA, Richtlinien und Maßnahmen.

2–3 Monate

Betrieb

Das ISMS läuft, Kennzahlen entstehen, internes Audit und Managementbewertung finden statt.

Stufe 1 + 2

Zertifizierungsaudit

Stufe 1 prüft die Dokumentation, Stufe 2 die Wirksamkeit vor Ort. Durchgeführt von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle.

jährlich

Aufrechterhalten

Überwachungsaudits im ersten und zweiten Jahr, Rezertifizierung nach drei Jahren.

Aus der Praxis

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden.

Der Geltungsbereich ist zu groß

Wer gleich alles einbezieht, verzettelt sich. Starten Sie mit dem Bereich, den Ihre Kunden zertifiziert sehen wollen, und erweitern Sie später.

Vorlagen statt eigener Dokumente

Auditoren erkennen Musterdokumente sofort. Richtlinien müssen zu Ihrer Organisation passen und gelebt werden.

Die SoA wird einmal erstellt und vergessen

Die Erklärung zur Anwendbarkeit muss zu Risiken und Maßnahmen passen. Ändern sich diese, muss auch die SoA nachziehen.

Internes Audit und Managementbewertung zu spät

Beides muss vor dem Zertifizierungsaudit mindestens einmal durchlaufen sein. Planen Sie dafür genug Zeit ein.

Mit WolfISMS schneller zum Zertifikat.

Der Onboarding-Dialog legt Geltungsbereich, Leitlinie und Risikomanagement-Richtlinie an, der Gap-Assistent zeigt Ihre Lücken, und die Erklärung zur Anwendbarkeit entsteht automatisch. Ein Zertifikat garantiert keine Software, aber sie nimmt Ihnen die Fleißarbeit ab.